26.10.2021 / 14:41 // Airbus Defence & Space / DCubeD / DLR / IAC 2021 / NASA / Neutron Star Systems / Rocket Factory Augsburg

Vom 25. – 29. Oktober 2021 fand in Dubai der 72. International Astronautical Congress (IAC) statt. In diesem regelmäßig aktualisiertem Newsticker berichteten wir über die wichtigsten Meldungen mit Bezug zum deutschen und europäischen NewSpace.

Donnerstag, 28. Oktober 2021

Rocket Factory Augsburg und Plus Ultra Space Outpost (Plus Ultra) unterzeichnen Vereinbarung über den Start einer Demonstrator-Mission zum Mond.
IAC 2021 Newsticker: Rocket Factory Augsburg und Plus Ultra Space Outpost (Plus Ultra) unterzeichnen Vereinbarung über den Start einer Demonstrator-Mission zum Mond.
© Rocket Factory Augsburg

Ende 2023 soll mit einem Microlauncher RFA One der erste Satellit von Plus Ultra in einen geosynchronen Transferorbit starten. Von dort aus wird er sich als erster privater Orbiter mit eigenem elektrischen Antrieb auf den Weg zum Mond machen und diesen umkreisen. Für künftige Mondmissionen plant Plus Ultra den Aufbau der Konstellation “Harmony”, mit der die Kommunikation und Navigation sichergestellt werden soll. Seine Umlaufbahn um den Mond soll der Satellit im Jahr 2024 erreichen und von dort aus rund um die Uhr Hochgeschwindigkeits-Breitbandkommunikation mit bis zu 100 Mbit/s pro Nutzer zwischen dem Mond, einschließlich der zislunaren Umlaufbahn, und der Erde ermöglichen.


Mittwoch, 27. Oktober 2021

Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) und Norwegisches Raumfahrtzentrum unterzeichnen bilaterales Abkommen.
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) und Norwegisches Raumfahrtzentrum unterzeichnen bilaterales Abkommen.
© Norsk Romsenter

Laut Christian Hauglie-Hanssen, Generaldirektor der Norwegian Space Agency, soll so die Zusammenarbeit in den Bereichen Microlauncher-Aktivitäten, Space Traffic Management und Weltraumrecht gestärkt werden. Die Vereinbarung ist insofern relevant, als das die beiden deutschen Unternehmen Rocket Factory Augsburg und Isar Aerospace ab 2023 vom norwegischen Spaceport Andøya starten wollen.

Airbus Defence and Space und Mohammed Bin Rashid Space Centre unterzeichnen Absichtserklärung über Zusammenarbeit bei Emirates Lunar Mission.
IAC 2021 Newsticker: Airbus Defence and Space und Mohammed Bin Rashid Space Centre unterzeichnen Absichtserklärung über Zusammenarbeit bei Emirates Lunar Mission.
© Airbus Defence and Space

Geplant ist die Kooperation im Bereich der Materialprüfung vor Ort (in-situ) im Rahmen des Experimentes MAD (Material Adhesive Demonstration). Laut Jean-Marc Nasr, Leiter von Space Systems bei Airbus, verzeichneten die Vereinigten Arabischen Emirate mit ihrer erfolgreichen Mars-Mission Al-Amal sowie der Entsendung des ersten Astronauten zur ISS große Fortschritte in der Raumfahrt. Die Unterzeichnung der Absichtserklärung sei ein strategischer Schritt, “um unseren Beitrag zur Unterstützung der Regierung bei der Erreichung ihres Ziels, ein anerkanntes und führendes Land im Bereich der Raumfahrt zu werden, zu leisten.”

Neutron Star Systems und Rocket Factory Augsburg unterzeichnen Vereinbarung für Start einer Demonstratormission.
IAC 2021 Newsticker: Neutron Star Systems und Rocket Factory Augsburg unterzeichnen Vereinbarung für Start einer Demonstratormission.
© Rocket Factory Augsburg

Neutron Star Systems entwickelt ein elektrisches Antriebssystem für Satelliten. Mit dem für das dritte Quartal 2023 geplanten Start soll die Funktionsfähigkeit der SUPREME (SUperconductor-based Readiness Enhanced Magnetoplasmadynamic Electric propulsion) getauften Technologie im Orbit demonstriert werden.


Dienstag, 26. Oktober 2021

ESRIC und Airbus Defence and Space unterzeichnen Absichtserklärung zur Zusammenarbeit bei Technologien zur Gewinnung von Mondressourcen.
IAC 2021 Newsticker: ESRIC und Airbus Defence and Space unterzeichnen Absichtserklärung zur Zusammenarbeit bei Technologien zur Gewinnung von Mondressourcen.
© Airbus Defence and Space

Das Europäische Innovationszentrum für Weltraumressourcen (European Space Ressources Innovation Centre, ESRIC) und Airbus Defence and Space haben mit einem “Memorandum of Understanding” (Absichtserklärung) das gemeinsame Interesse an einer strategischen Partnerschaft bekundet. So sollen die Entwicklung von europäischen Schlüsseltechnologien für die In-Situ-Ressourcennutzung (in-situ: vor Ort) unterstützt und die Entwicklung der Mondwirtschaft rund um Weltraumressourcen beschleunigt werden.

Polen unterzeichnet Artemis Accords
Polen unterzeichnet Artemis Accords.
© NASA

Der Präsident der Polnischen Raumfahrtagentur (POLSA), Grzegorz Wrochna, unterzeichnete das Dokument am 26. Oktober 2021. Bei der Zeremonie im Rahmen des IAC war auch die stellvertretende NASA-Administratorin Pam Melory anwesend. Mit den Artemis Accords sollen eine Reihe praktischer Grundsätze festgelegt werden, die die Zusammenarbeit zwischen den Nationen, die an den Plänen der NASA zur Erforschung des Mondes im 21. Jahrhundert teilnehmen, leiten sollen. Zu den Erstunterzeichnern im Oktober 2020 gehören Australien, Italien, Japan, Kanada, Luxemburg und die USA, das Vereinigte Königreich sowie die Vereinigten Arabischen Emirate. Auch Brasilien, Neuseeland, Südkorea und die Ukraine haben bereits unterzeichnet. Die Zustimmung zu den in den Artemis Accords getroffenen Vereinbarungen ist die Grundlage dafür, um an Artemis-Missionen der NASA teilnehmen zu können. Sie stehen allerdings auch in der Kritik, da sie einerseits die USA als Weltraumnation begünstigen sollen, andererseits in Teilen (vor allem beim Thema Anspruch auf Ressourcen anderer Himmelskörper) den Weltraumvertrag aushebeln.

Airbus Defence and Space, Air Liquide und ispace Europe gründen Non-Profit-Organisation EURO2MOON.
Airbus Defence and Space, Air Liquide und ispace Europe gründen Non-Profit-Organisation EURO2MOON.
© EURO2MOON

Diese soll sich für die bessere Nutzung der auf dem Mond vorkommenden natürlichen Ressourcen einsetzen. Gleichzeitig sollen die Industriellen Anstrengungen in Europa gebündelt und so die cis-lunare Wirtschaft angekurbelt werden. Das Wort “cis-lunar” stammt aus dem Lateinischen und bedeutet soviel wie “auf dieser Seite des Mondes”, sprich die erdzugewandte Seite.

EOMAP eröffnet Büro in Dubai.
EOMAP eröffnet Büro in Dubai.

Direktor der Niederlassung in den Vereinigten Arabischen Emiraten wird Rahul Sidharth, der seit Juli 2021 die Position des Director Business Development & Operations innehat. Vom neuen Büro aus will EOMAP Industriepartner und Behörden im Nahen Osten, Nordafrika und Indien betreuen. Unternehmensangaben zufolge soll Sidharth die gesamte Produktpalette zur Kartierung und Überwachung von Gewässern vertreiben.

Rocket Factory Augsburg (RFA) und SENER Aeroespacial schließen Vereinbarung über Startdienstleistungen.
IAC 2021 Newsticker: Rocket Factory Augsburg (RFA) und SENER Aeroespacial schließen Vereinbarung über Startdienstleistungen.
© Rocket Factory Augsburg

Demnach wird RFA den Kleinsatelliten Kleinsatelliten “E.T.PACK” mit seinem Microlauncher RFA One in eine erdnahe Umlaufbahn in mittlerer Neigung bringen. E.T.PACK ist ein Gerät, das mit einer neuartigen elektrodynamischen Haltetechnologie den De-Orbit (kontrollierter Wiedereintritt in die Erdatmosphäre) von Satelliten sowie Oberstufen von Trägerraketen ohne chemischen oder elektrischen Antrieb demonstrieren soll.


Montag, 25. Oktober 2021

DcubeD als Mitglied in die International Astronautical Federation (IAF) aufgenommen.
IAC 2021 Newsticker: DcubeD als Mitglied in die International Astronautical Federation (IAF) aufgenommen.
© Dr. Thomas Sinn, DcubeD

Nach der erfolgreichen Vorstellung von CEO Dr. Thomas Sinn wurde DcubeD als Mitglied in die IAF aufgenommen. Das Gemeringer Unternehmen erhofft sich davon unter anderem neue Partnerschaften, um die Raumfahrttechnologie auf globaler Ebene voranzubringen und eine florierende NewSpace-Wirtschaft zu ermöglichen.

Rocket Factory Augsburg (RFA) und Commercial Space Technologies (CST) unterzeichnen Absichtserklärungen für “exotische Orbits”.
IAC 2021 Newsticker: Rocket Factory Augsburg (RFA) und Commercial Space Technologies (CST) unterzeichnen Absichtserklärungen für "exotische Orbits".
© Rocket Factory Augsburg

Der in Großbritannien ansässige Startvermittler CST und RFA bekräftigten bereits am ersten Tag der IAC ihre Partnerschaft mit der Unterzeichnung einer Absichtserklärung. Ziel ist es, auch den Transport in außergewöhnliche Umlaufbahnen, darunter die hochelliptischen Tundra– und Molnija-Orbits anbieten zu können. Zudem sollen laut Unternehmensangaben auch Fluchtbahnen von der Erde (zum Beispiel für interplanetare Sonden) oder Mondumlaufbahnen ermöglicht werden. Als weitere Besonderheit gibt RFA an, dass die Vorlaufzeiten auf bis zu 6 Wochen zwischen Buchung und Start reduziert werden, in Einzelfällen soll es sogar noch schneller gehen. Ebenfalls angekündigt ist die Möglichkeit, bis zu 12 Stunden vor dem Start Zugang zur Nutzlast zu haben. Dies ist vor allem für biomedizinische Nutzlasten mit lebenden Kulturen relevant, die empfindlich auf lange Abschaltzeiten reagieren.

Written by (MWe)