Aufbau von Launch Coordination Center durch DLR

Derzeit befinden sich 4.084 Satelliten im Orbit, Zehntausende weitere sollen folgen. Dafür werden Raketenstarts in Zukunft häufiger stattfinden. Um das Zusammenspiel zwischen Raum-, Luft- und Seefahrt zu koordinieren, plant das DLR den Aufbau eines Kontrollzentrums.

Kommunikation, Observation und Navigation – dies sind vereinfacht gesagt die drei Kernbereiche, für die sich Satelliten im Erdorbit befinden. Von den derzeit 4.084 Satelliten (Stand 30. April 2021) stammen mit 2.505 die meisten aus den USA, gefolgt von China (431) und Russland (168). Auf die gesamte restliche Welt entfallen damit insgesamt 980 Satelliten unterschiedlicher Größe. Doch obwohl es im Orbit zunehmend voller wird, werden weitere Megakonstellationen geplant oder bereits aufgebaut.

Zu den dafür notwendigen Raketenstarts kommen regelmäßige Versorgungsflüge zur Internationalen Raumstation ISS, Weltraummissionen zu anderen Himmelskörpern und seit Neuestem auch Weltraumtourismus. Raketen und Raumkapseln durchqueren bei Start, Wiedereintritt und Landung regelmäßig Lufträume, zudem finden Landungen oftmals im Wasser statt. Um den Einfluss auf die Luft- und Seefahrt zu koordinieren, plant das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt nun den Aufbau eines Launch Coordination Centers (LCC). Dafür soll am Standort Braunschweig zunächst ein Demonstrator aufgebaut werden.

Dieser erste Demonstrator soll zeigen, wie zukünftig eine Vielzahl an Starts und Wiedereintritten mit Abläufen in der Luft- und Seefahrt sicher koordiniert werden kann. Potentielle Nutzer aus Wirtschaft und Behörden bringen sich in die Gestaltung des LCC ein, damit auf die Anwendung für eine Pilotmission der Weg in den regulären Betrieb folgen kann.

Prof. Karsten Lemmer, DLR-Vorstand für Innovation, Transfer und wissenschaftliche Infrastrukturen

Wie in einer Pressemitteilung zu lesen ist, sollen in den Aufbau des LCC die bisherigen Erfahrungen des DLR ebenso einfließen, wie die der amerikanischen FAA (Federal Aviation Administration). Zur Missionsüberwachung ist ein Space Operations Dashboard geplant, ein erster Prototyp wurde bereits entwickelt. Das System wird von einem Radarbildschirm für Lotsen ergänzt, sodass bei Startvorgängen auf unvorhergesehene Ereignisse reagiert werden kann. Um dies sicherzustellen, werden Daten in Echtzeit zwischen dem LCC, dem Raumfahrzeugbetreiber und den betroffenen Flugsicherungen ausgetauscht. Erste Tests dieses Vorhaben verliefen bereits erfolgreich.

Wie das DLR mitteilt, sollen Mission von der Planung über die Echtzeitüberwachung bis zur abschließenden Auswertung begleitet werden.


via DLR, FAA

Header Image Credit: © DLR Air­port and Con­trol Cen­ter Si­mu­la­tor (AC­CES)
Written by M. Weissflog
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DLR
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