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IRIS2 – EU will eigene Satellitenkonstellation aufbauen

Published on Mo, 21.11.2022 – 16:22 CET in Politics, covering Europa

This is historic! Mit diesen Worten kündigte EU-Binnenmarktkommissar Thierry Breton die Entscheidung der Europäischen Kommission an, eine eigene Satellitenkonstellation zur Kommunikation aufbauen zu wollen. Getauft wurde sie auf den Namen IRIS2 (Infrastructure for Resilience, Interconnection and Security by Satellites). 2027 soll sie voll einsatzfähig sein und insgesamt 6 Milliarden Euro kosten, wovon die EU 2,4 Milliarden übernehmen will. Die formelle Bestätigung vom EU-Parlament und den Mitgliedstaaten steht noch aus, gilt aber als reine Formsache.

Für die restlichen 3,6 Milliarden Euro zum Aufbau von IRIS2 sollen nach Willen der Europäischen Kommission ESA und Privatwirtschaft aufkommen. Breton zufolge wird die Konstellation „auf dem neuesten Stand der Technik sein, die Europa einen Vorsprung verschafft, zum Beispiel bei der Quantenverschlüsselung. Es wird also ein Innovationsvektor sein.“ Zudem soll IRIS2 eine „neue Weltraumkonstellation nach europäischem Vorbild sein, in die das Know-how der großen europäischen Raumfahrtunternehmen einfließt – aber auch die Dynamik unserer Start-ups, die 30 % der Infrastruktur aufbauen werden.“


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IRIS2 – Europäische Satelliten-Konstellation sorgt für Frust und Freude in der Raumfahrt-Industrie – Thumbnail YouTube-Video von Astrodrom

Wenig Wettbewerb, viel Subvention

Unter dem Strich sollen Aufträge in Höhe von 1,08 Milliarden Euro an junge Unternehmen gehen. Dem stehen jedoch 2,52 Milliarden für etablierte Player gegenüber. Das stößt nicht nur einigen NewSpace-Unternehmen sauer auf, sondern auch der Bundesregierung. Diese setzt nämlich im Unterschied zur französischen Regierung auf mehr Wettbewerb unter Einbeziehung von NewSpace-Startups.

Die Entscheidung, den Großteil des Aufbaus von IRIS2 an große Raumfahrtunternehmen zu vergeben, hat also durchaus einen bitteren Beigeschmack. Denn dabei könnte es sich nämlich um eine getarnte Subventionshilfe für vor allem französische Prestigeprojekte handeln. Und das betrifft nicht nur Raketen, sondern auch Satelliten. Was Breton außerdem nicht erläutert, ist, wie er Start-up definiert.

Iris2 wird Bewährungsprobe für ESA und NewSpace

Wie es mit IRIS2 weitergeht, wird sich daher wohl erst in den konkreten Ausschreibungen zeigen. Es bleibt zu hoffen, dass davon junge, innovative Unternehmen nicht ausgeschlossen werden. Denn gerade sie treiben die Kommerzialisierung der Raumfahrt maßgeblich voran. Allerdings erfordert das auch auf Seiten der ESA ein Umdenken. Der derzeitige Generaldirektor Josef Aschbacher ist jedoch bekannt dafür, die Europäische Raumfahrtagentur dahingehend umzugestalten. Im Vorfeld der ESA-Ministerratskonferenz in Paris forderte er 18 Milliarden Euro, damit die ESA konkurrenzfähig und unabhängig arbeiten kann. Letztlich hat man sich auf einen Etat von 17 Milliarden Euro geeinigt – mehr denn je.

Da für dieses Budget alle ESA-Mitgliedsstaaten aufkommen müssen, sind nationale oder institutionelle Alleingänge natürlich kontraproduktiv. Zudem haben Meinungsverschiedenheiten zwischen Frankreich und Deutschland in der Vergangenheit immer wieder Vorhaben gebremst oder gar blockiert. Doch zur großen Überraschung lenkte der französische Wirtschaftsminister Bruno Le Maire zu Beginn des Ministertreffens ein. „Frankreich und Deutschland müssen zusammenstehen. Natürlich haben wir unterschiedliche Ansichten, aber diese Unterschiede müssen uns antreiben, gemeinsame europäische Positionen zu finden,” sagte er.

Die Wogen könnten sich außerdem glätten, weil Deutschland, Italien und auch Frankreich nun ein Abkommen unterzeichnet haben. Das brisante: Es beinhaltet die Förderung von Microlaunchern. Und vielleicht ist ja das die eigentlich historische Ankündigung.

Header Bild: ESA-P.Carnil
Verfasst von M. Weissflog
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