23.06.2021 / 11:16 // ESA

Die EU und die ESA haben am 22. Juni ein neues Finanzrahmenabkommen (FFPA) unterzeichnet. Im Zeitraum von 2021 bis 2027 erhält die ESA nun Investitionen in Höhe von fast neun Milliarden Euro von der EU.

“Dies ist ein großer Erfolg für die ESA, die für ihre wissenschaftliche Exzellenz und technische Expertise bei der Entwicklung von Raumfahrtsystemen und Bodeneinrichtungen zum Nutzen der europäischen Bürger anerkannt ist”, sagte ESA-Generaldirektor Josef Aschbacher.

Durch die Finanzierung kann die ESA ihre Programme Galileo, Copernicus und EGNOS fortsetzen und ausbauen. Außerdem werden neue Initiativen im Bereich der sicheren Konnektivität, Forschung und Entwicklung sowie Kommerzialisierung der europäischen Raumfahrt gefördert. Die geplanten Programme sollen auch neue Finanzierungsmöglichkeiten für Unternehmen beinhalten.

Insbesondere das Erdbeobachtungsprogramm Copernicus soll durch die Entwicklung und den Bau der Sentinel-Erweiterungsmissionen und der Sentinel-Missionen weiter ausgebaut werden. Im Fokus stehen dabei das kontinuierliche zur Verfügung stellen der gemessenen Daten, die Überwachung des Klimawandels und die Umsetzung wichtiger EU-Politiken, wie z. B. des Green Deals. Ziel sei es, den Klimawandel zu bekämpfen, die Entwicklung der Artenvielfalt zu überwachen und Unterstützung im Bereich der Katastrophenhilfe zu leisten.

Galileo, das Navigationssatellitensystem der EU mit mehr als zwei Milliarden Nutzern, soll eine neue Generation erhalten, durch die die Präzision der Daten und die Flexibilität des Systems erhöht werden sollen.

Außerdem erhält die ESA den Auftrag, die Vorbereitung und das Design des zukünftigen GOVSATCOM-Raumsegments, welches ein Kommunikationssystem für sicherheitskritische Missionen der EU bereitstellen soll, und die Validierung eines Prototyps für einen Quantum Key Distribution-Satelliten zu übernehmen. Mit diesem soll eine abhörsichere Kommunikation europäischer Behörden und Unternehmen ermöglicht werden.

In dem Abkommen sind auch die einzelnen Verantwortlichkeiten zwischen der ESA, der EU-Weltraumprogrammagentur EUSPA und der EU geregelt. Bereits im Vorfeld gab die ESA bekannt, dass in dem Vertragswerk auch die Beteiligung europäischer Nicht-EU-Staaten, wie der Schweiz, Großbritannien oder Norwegen, an den Raumfahrtprogrammen geregelt wird.  

Ebenfalls im Vorfeld verkündete Aschbacher außerdem, dass die ESA eine Einladung erhalten habe, sich an der von Russland und China geplanten Mondforschungsstation ILRS zu beteiligen. Wie und ob es eine Beteiligung der ESA an dem Programm geben wird, ist derzeit aber noch offen.


via: ESA, SpaceNews