10.09.2021 / 15:00 // Isar Aerospace / OroraTech

Ende August gaben Isar Aerospace und die Deutsche Raumfahrtagentur bekannt, dass für den Erstflug des Trägers Spectrum Nutzlasten gesucht werden, die kostenfrei in den Orbit transportiert werden. Unabhängig davon schlossen der Microlauncher-Hersteller und OroraTech nun bereits eine Vereinbarung für den Launch von Satelliten. Die Starts der Nanosatelliten sollen zwischen 2022 und 2026 erfolgen.

Sie werden in einen sonnensynchronen Orbit (600 – 800 km Höhe) gebracht. Zu den Vorteilen dieser Umlaufbahn zählt die stets gleiche Überflugzeit der Satelliten über einen Ort. Damit lassen sich Veränderungen wie sie bei zum Beispiel Waldbränden auftreten, besser erkennen und entsprechend reagieren. Mit einer ausreichend großen Anzahl an Satelliten können sogar mehrere Überflüge an einem Tag realisiert werden, wodurch die Beobachtungsdaten weiter verbessert werden können.

“Der Zugang zur richtigen Umlaufbahn ist von entscheidender Bedeutung, um die Bedürfnisse unserer Kunden zu erfüllen. Mit Isar Aerospace haben wir einen flexiblen Startdienstleister gefunden, der es uns ermöglicht, die Erkennung von Waldbränden weltweit deutlich zu verbessern, im Vergleich zu herkömmlichen Ride-Sharing-Optionen, die an bestimmte Orbits gebunden sind. Wir freuen uns darauf, die Innovation im Raumfahrt-Ökosystem weiter voranzutreiben und den besten Service zur Bewältigung der weltweiten Waldbrand- und Klimakrise anzubieten.”

Thomas Grübler, Co-Founder und CEO von OroraTech

OroraTech setzt zur Beobachtung ein zum Patent angemeldetes System ein, das für den Einsatz in Cubesats optimiert ist. Die mit Infrarotkameras erfassten Bilder werden in Echtzeit an Bord der Satelliten verarbeitet. Da sie via Relaisnetzwerk übertragen werden, sinkt die Zeitspanne zwischen Brandentstehung und -erkennung von Stunden auf Minuten. Wertvolle Zeit, mit der die Auswirkungen von Waldbränden auf Mensch und Umwelt verringert werden können.

Wie in einer gemeinsamen Presseerklärung von Isar Aerospace und OroraTech zu lesen ist, umfasst die Vereinbarung zwischen beiden Unternehmen den Start von mehr als zehn Kleinsatelliten. Außerdem gibt es “eine Option zur Ausweitung des Dienstleistungsvertrags auf die gesamte OroraTech-Satellitenkonstellation, welche aus Hunderten von Satelliten besteht”.

“Die Vereinbarung mit OroraTech ist ein starkes Zeichen für das Interesse und das Vertrauen der Industrie in die Technologie und das unübertroffene Know-how von Isar Aerospace. Mit Technologien im Weltraum können wir das Leben auf der Erde verbessern und den globalen Klimawandel datenbasiert bekämpfen. Wir freuen uns darauf, mit OroraTech zusammenzuarbeiten und sie bei ihrer wichtigen Mission zu unterstützen, die Auswirkungen der globalen Erwärmung besser zu überwachen und Gefahren, wie z.B. Waldbrände, zu erkennen, um die Menschen und unsere Umwelt besser zu schützen”

Daniel Metzler, Co-Founder und CEO von Isar Aerospace

Die Kooperation zwischen Isar Aerospace und OroraTech ist ein für das deutsche und europäische NewSpace-Ökosystem wichtiges Signal. Zudem ist es ein Beweis dafür, dass sich die bayrische Luft- und Raumfahrtstrategie “Bavaria One” auszahlt: Die Gründer der beiden Unternehmen sind Absolventen der TU München.


via Isar Aerospace, Bavarian Space Agency

Written by (MWe)