07.04.2021 / 12:27 // Mynaric

Der Mynaric-Konzern hat eine Laserkommunikationstechnologie entwickelt, mit der Satelliten, Flugzeuge oder Drohnen untereinander oder mit Bodenstationen kommunizieren und große Datenmengen hin und her schicken können.

Die Aktiengesellschaft wurde 2009 im bayrischen Gilching gegründet. 2016 expandierte das Unternehmen in die USA, 2017 folgte der Börsengang. Mittlerweile beschäftigt das Unternehmen rund 200 Mitarbeiter.

Mit dem Geschäftsjahr 2020 sei CEO Bulent Altan zufrieden, schreibt er im Vorwort des aktuellen Berichts. „Zu einem Zeitpunkt, an dem der Markt mit einer noch nie dagewesenen Geschwindigkeit expandiert, bewegen wir uns mit Riesenschritten auf ein größeres Wachstum zu.“

Insgesamt habe das Unternehmen über 70 Mio. Euro Wachstumskapital aufgenommen. In Oberpfaffenhofen wurde eine neue Produktionsstätte errichtet, in der auf über 6.000 m2 die Serienproduktion der CONDOR und HAWK AIR Terminals gestartet werden soll. Eröffnet werden soll die neue Halle noch in diesem Quartal.

Auch in den USA hat Mynaric seinen Hauptsitz nach Los Angeles verlegt und Tina Ghatarone als Chief Commercial Officer eingestellt, um das amerikanische Netzwerk weiter auszubauen.

Auch wenn das Unternehmen lediglich 679.000 Euro Umsatz generierte und einen Verlust in Höhe von 22,7 Mio. Euro verbuchen muss, sind Vorstand und Aufsichtsrat mit dem Geschäftsjahr zufrieden. Zum einen ist es nicht ungewöhnlich, dass Startups in dem Bereich erstmal erhebliches Kapital benötigen, um ihre Produkte entwickeln und testen zu können, damit diese später gewinnbringend verkauft werden können. Andererseits gewann der Konzern zwei „hochkarätige“ Aufträge der amerikanischen Regierung.

Dass die Laserkommunikationstechnologie eine geopolitische Bedeutung hat, zeigte sich im vergangenen Sommer. Damals untersagte das Bundeswirtschaftsministerium Mynaric jede Geschäftsbeziehung mit China. Bevor das Geschäft mit den Asiaten ernst wurde, habe man bei der Bundesregierung angefragt und anschließend das Verbot erhalten. Die AG verzichtete auf den 1,7 Millionen Euro schweren Deal und stellte jegliche Geschäftsbeziehungen zu China ein. Diese Entscheidung schlägt sich auch im aktuellen Geschäftsbericht nieder. In der Folge habe der Aufsichtsrat im November 2020 entschieden, die Geschäftstätigkeit der Tochtergesellschaft Mynaric Systems GmbH aufgrund des weggefallenen Geschäftszwecks zum Ende des Jahres 2020 einzustellen.

Für 2021 plane der Konzern die ersten produzierten Terminals an seine Kunden auszuliefern. Darüber hinaus wolle man sich darauf vorbereiten, ab 2022 eine Produktionskapazität in dreistelliger Höhe erreichen zu können.


via: Mynaric