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Exolaunch bringt mit SpaceX Falcon Heavy ersten 16U Cubesat in GEO

Published on Di, 02.05.2023 – 19:19 CEST in Upstream, covering Exolaunch

Am 30. April 2023 brachte eine Falcon Heavy von SpaceX im Rahmen der Mission ViaSat-3 Americas mehrere Satelliten in eine geostationäre Umlaufbahn. Dafür, dass der 16U Cubesat GS-1 von Gravity Space erfolgreich in rund 36.000 km Höhe ankam, sorgte das Berliner NewSpace-Unternehmen Exolaunch.

Die ganze Geschichte

Der Start von SpaceX’ Schwerlastrakete erfolgte um 20:26 Uhr Ortszeit vom Startkomplex 39A (LC-39A) im Kennedy Space Center in Florida (USA). Hauptnutzlast war der von Boeing und ViaSat gebaute Satellit ViaSat-3 Americas. Er ist der erste einer neuen Konstellation aus drei Ka-Band-Satelliten mit extrem hoher Kapazität. Wenn die Konstellation aufgebaut ist, sollen Milliarden von Menschen Zugang zu Highspeed-Internet erhalten. Ebenfalls an Bord der Falcon Heavy war der Kommunikationssatellit Arcturus, der einen Datendurchsatz von bis zu 7,5 Gbit/s für Alaska und die umliegende Region bereitstellen soll.

Bis die Nutzlast von Gravity Space ihren Zielorbit erreichte, dauerte es fast fünf Stunden. Mit dem erfolgreichen Freisetzen (Deployment) des letzten Satelliten dieser Mission stellte der GS-1 einen Rekord auf. Denn der nur 23 × 23 × 45 cm (16U) große Satellit ist der erste kommerzielle Cubesat in einem geostationären Orbit. Sein primäres Missionsziel ist die Bereitstellung von Kommunikationsservices für das Internet der Dinge (Internet of Things, IoT). Darüber hinaus dient der 22 kg schwere Cubesat GS-1 mehr oder weniger als Transportvehikel für so genannte Sekundärnutzlasten.

Gravity Space GS-1 Deployment;
© SpaceX Livestream
Gravity Space GS-1 Deployment;
© SpaceX Livestream

Sekundärnutzlast Orbit Guard™ ermöglicht KI, Weltraumobjekte zu sehen

Eine davon stammt vom französischen Luft- und Raumfahrtunternehmen Infinite Orbits und trägt den Namen “Orbit Guard™”. Dieser ist mehr oder minder ein fliegender Computer, der mit einem Bildgebungssystem ausgestattet ist. So kann Orbit Guard™ sowohl die Erde als auch ortsfeste Weltraumobjekte (Resident Space Objects, RSOs) sehen. Der Clou sind jedoch seine Computer-Vision-Fähigkeiten. Dabei handelt es sich um einen Bereich der künstlichen Intelligenz (KI), der es Computern und Systemen ermöglicht, aus digitalen Bildern, Videos und anderen visuellen Eingaben aussagekräftige Informationen abzuleiten. Auf Grundlage dieser Informationen wiederum können Maßnahmen ergriffen oder Empfehlungen ausgesprochen werden. Im übertragenen Sinne ermöglicht KI Computern das Denken, während Computer Vision sie zum Sehen, Beobachten und Verstehen befähigt. Mithilfe von maschinellem Lernen will Infinite Orbits ein neues Kapitel im Bereich der Space Situational Awareness (SSA, Weltraum-Situationserfassung) aufschlagen. Denn langfristig sollen so Inspektionen und SSA im Orbit möglich sein.

Ebenfalls auf Computer-Vision der nächsten Generation basiert Endurance™: Ein autonomes, bildgestütztes Steuerungs-, Navigations- und Kontrollsystem für Rendezvous im Weltall. Dieses “Autonomous Vision-based Rendezvous GNC System” soll 2026 erstmals in Betrieb genommen werden und ist für Lebensverlängerungs- und Orbit-Transferdienste konzipiert. In den kommenden Monaten soll Orbit Guard™ mehrere Demonstrationsmissionen durchführen. Dabei soll auch das Andocken getestet werden. Für Januar 2024 ist der Start von Orbit Guard 2 geplant, ein weiterer soll dann 2025 folgen.

Sekundärnutzlast Nusantara H-1A hält Platz im Orbit frei

Die zweite Sekundärnutzlast stammt aus Indonesien und dient dazu, die Ka- und Ku-Band-Rechte an einem geostationären Orbitalplatz zu behalten. Die so genannte Orbital Slot Reservation wurde notwendig, da sich der Launch des eigentlichen Kommunikationssatelliten verzögert. Da bei Nichtnutzung die Rechte an den erworbenen Frequenzen verloren gehen würden, kommt nun ein Platzhalter-Satellit zum Einsatz. Nusantara H-1A wird die Frequenzen für einen Zeitraum von drei Monaten “in Betrieb nehmen”. Mit diesem “bring-into-use”-Verfahren (BIU) verlängert sich auch die Frist, um einen operationellen Satelliten in Betrieb zu nehmen.

Exolaunch Gravity Space Mission-Patch; © Exolaunch
Exolaunch Gravity Space Mission-Patch;
© Exolaunch

EXOpod von Exolaunch nun auch für GEO-Missionen qualifiziert

Mit dem erfolgreichen Freisetzen von GS-1 hat Exolaunch weitere Meilensteine erreicht. So wurden mit dem Cubesat-Deployer EXOpod in mittlerweile 16 Missionen insgesamt 203 Kleinstsatelliten ins All gebracht. Im Rahmen der SpaceX-Mission ViaSat-3 Americas wurde die Vorrichtung zum Freisetzen von Satelliten erstmals auf einer Falcon Heavy und gleichzeitig erstmals im geostationären Orbit eingesetzt. Rekordverdächtig sind auch die von SpaceX eingesetzten Booster, die der Falcon Heavy zusätzliche Schubkraft verleihen. Wie das Unternehmen mitteilt, flog einer der seitlichen Booster dieser Mission zuvor Arabsat-6A, STP-2, COSMO-SkyMed Second Generation FM2, KPLO und drei Starlink-Missionen. Der zweite unterstützte zuvor den Start von Arabsat-6A und STP-2.

Exolaunch EXOpod 16U Cubesat Deployer;
© Exolaunch
EXOpod 16U Cubesat Deployer;
© Exolaunch

Relive: SpaceX Falcon Heavy Launch ViaSat-3 Americas

SpaceX Livestream von ViaSat-3 Americas Mission, © SpaceX
SpaceX Livestream von ViaSat-3 Americas Mission;
© SpaceX
Header Bild: SpaceX
Verfasst von M. Weissflog
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