13.07.2022 / 13:07 // Verwaltung

Wie schon zuvor unter anderem Bayern und Hessen hat seit dem 12. Juli 2022 auch Sachsen einen Koordinator für Luft- und Raumfahrt. Ins Amt berufen wurde Prof. Dr. Hartmut Fricke, der seit 2001 Inhaber der Professur für Technologie und Logistik des Luftverkehrs und Direktor des Instituts für Luftfahrt und Logistik an der Technischen Universität Dresden (TUD) ist. Eine entsprechende Vereinbarung findet sich im bereits 2019 verabschiedeten Koalitionsvertrag zwischen CDU, Bündnis 90/Die Grünen und SPD. Die unter dem Titel “Gemeinsam für Sachsen” geschlossene Vereinbarung sieht vor, einen Koordinator für die Belange der Luft- und Raumfahrt als Ansprechpartner einzusetzen. Ziel ist es, “die Potenziale der sächsischen Zulieferindustrie in der Luft- und Raumfahrt weiter zu heben.”

Wie die Sächsische Staatsregierung mitteilt, besteht die sächsische Luft- und Raumfahrtbranche aus rund 160 Industrieunternehmen und Forschungseinrichtungen mit rund 7.000 Mitarbeiter:innen. Angesichts der anstehenden Transformationen kommt die Berufung von Prof. Dr. Fricke also keine Sekunde zu früh. Zum einen, weil die Raumfahrtbranche boomt und auch hier der Fachkräftemangel längst nicht mehr nur ein Schreckgespenst, sondern Realität ist. Zum anderen, weil andere Bundesländer wie Bayern, Bremen oder Hessen bereits entsprechende Stellen und Förderprogramme eingerichtet haben und sich damit einen wichtigen Wettbewerbsvorteil gesichert haben.

Transformationsprozess soll Wirtschaft stärken

Mit der Berufung von Prof. Dr. Fricke sind folglich auch große Hoffnungen in die Stärkung des Wirtschaftsstandortes Sachsen verbunden. Staatsminister Martin Dulig: “Die Digitalisierung der Planung und Produktion von Luftfahrzeugen sowie deren Elektrifizierung ermöglichen erstmals seit Jahrzehnten völlig neue disruptive Konzepte. Ich bin davon überzeugt, dass Sachsen mit seinen Stärken in der Mikroelektronik, in der Software, bei Datenübertragungstechnologien und im Leichtbau in besonderem Maße vom Transformationsprozess auch in der Luft- und Raumfahrt profitieren kann. Ich wünsche Prof. Fricke einen guten Start und viel Erfolg für seine Tätigkeit.”

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer lobt Prof. Dr. Fricke indes als “herausragenden Kenner der Branche”, der bestens vernetzt ist. Zudem sei Kretschmer davon überzeugt, dass der gebürtige Berliner wichtige Impulse setzen wird, um den Transfer aus der Wissenschaft in die sächsische Wirtschaft zu stärken.

Unser Ziel ist es, die Sichtbarkeit dieser hochinnovativen Branche über die Ländergrenzen hinaus zu erhöhen und die Zusammenarbeit mit Verbänden sowie in Richtung Bundes- und EU-Politik zu verbessern.

Michael Kretschmer, Ministerpräsident Sachsen

Wird Sachsen zum Raumfahrtstandort?

Ob sich Sachsen als “Raumfahrt-Bundesland” langfristig einen Namen machen kann, wird sich zeigen müssen. Immerhin ist mit zwei geplanten Großforschungszentren ein Anfang gemacht. Sowohl das Deutsche Zentrum für Astrophysik als auch das European Research Institute for Space Ressources stehen im Finale eines Ideenwettbewerbs. Dieser wurde ausgelobt, da Sachsen mit dem von der Bundesregierung beschlossenen Ausstieg aus der Kohleverstromung vor einer Zeitenwende steht. Vom Strukturwandel sind vor allem die Kohlereviere in Mittelsachsen und der Lausitz betroffen. Hier werden in den kommenden Jahren Tausende Jobs wegfallen.


via Sächsisches Staatsministerium, TU Dresden, “Gemeinsam für Sachsen” (Koalitionsvertrag 2019 bis 2024)

Written by (MWe)