24.07.2021 / 12:10 // Verwaltung

Nach Baden-Württemberg, Bayern und Bremen setzt nun auch Hessen verstärkt auf die Raumfahrt. Ab 1. August 2021 wird Prof. Dr. Johann-Dietrich Wörner die Aufgabe des Hessischen Raumfahrtkoordinators übernehmen.

Wie Hessens Ministerpräsident Bouffier am Donnerstag (22. Juli 2021) in Wiesbaden betonte, ist die neu geschaffene Stelle, die direkt bei der Staatskanzlei angesiedelt ist, bestens besetzt:

“Prof. Dr. Wörner ist seit Jahrzehnten in der deutschen, europäischen und internationalen Raumfahrt eine bekannte und renommierte Persönlichkeit. Er verfügt durch seine ingenieurwissenschaftliche Ausbildung und seine bisherigen Tätigkeiten über eine hohe Expertise in der Raumfahrt und ein hervorragendes Netzwerk zu relevanten Akteuren im In- und Ausland.”

Volker Bouffier, Hessischer Ministerpräsident
Der Hessische Raumfahrtkoordinator Prof. Dr. Johann-Dietrich Wörner.
© Staatskanzlei Hessen

Prof. Dr. Wörner war vom 1. März 2007 bis 30. Juni 2015 Vorstandsvorsitzender des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR), direkt danach war er Generaldirektor der Europäischen Weltraumorganisation ESA. Gerade seine Amtszeit bei der ESA gilt als besonders erfolgreich, unter anderem ebnete er den Weg hin zur Kommerzialisierung der Raumfahrt (NewSpace). Seinen Posten als Generaldirektor gab er jedoch am 28. Februar 2021 vorzeitig auf, sein Nachfolger wurde der Österreicher Josef Aschbacher.

Wörners Aufgabe ist es nun, Hessen als Raumfahrtstandort weiter voran zu bringen. Dazu soll er eine “zukunftsfähige Raumfahrtstrategie für das Land entwickeln, die alle maßgeblichen Akteurinnen und Akteure aus Wissenschaft, Forschung, technologischer Entwicklung, Bildung, Wirtschaft und Industrie sowie die in Hessen beheimateten nationalen und internationalen Organisationen eng einbindet und stärker miteinander vernetzt”, wie in einer Pressemitteilung des Landes Hessen zu lesen ist.

Bereits jetzt spielt das Bundesland eine zentrale Rolle in der deutschen Raumfahrt, allen voran Darmstadt. Von hier aus werden die Satelliten der ESA ebenso kontrolliert und gesteuert, wie die der EUMETSAT (European Organisation for the Exploitation of Meteorological Satellites; „Europäische Organisation für die Nutzung meteorologischer Satelliten“). Zudem haben das Europäische Raumflugkontrollzentrum ESOC und das Centrum für Satellitennavigation Hessen cesah ihren Sitz in Darmstadt. Auch das Satelliten-Startup Vyoma wurde in Darmstadt gegründet, hat mittlerweile jedoch einen Sitz in München.

Hessens Wirtschaftsminister Al-Wazir hob zudem die Tradition des Standortes Hessen in der Raumfahrt hervor:

“Präzisionsgetriebe aus Limburg flogen mit den Apollo-Missionen zum Mond, Sensoren aus Lahnau sind mit den Marsrovern über den roten Planeten gerollt […].”

Tarek Al-Wazir, Hessischer Wirtschaftsminister

Mit der Benennung von Prof. Dr. Wörner als Hessischen Raumfahrtkoordinator hat die Hessische Landesregierung einen Punkt des Koalitionsvertrages umgesetzt. In diesem bekennt sie sich zur Stärkung des Raumfahrtstandortes Hessen.


via Hessische Landesregierung, DLR