14.07.2021 / 21:09 // ASOC

Das Kommando nimmt seinen Dienst im „Zentrum Luftoperationen“ der Luftwaffe im nordrhein-westfälischen Uedem auf. Darüber hinaus sollen die Kompetenzen mit dem Cyber- und Informationsraum gebündelt werden. Das Team setzt sich aus Soldaten und zivilen Beschäftigten des DLR zusammen und soll in Zukunft auf eine Größe von 250 Beschäftigten wachsen.

In den offiziellen Meldungen halten sich das Verteidigungsministerium als auch die Bundeswehr mit den genauen Aufgaben der neuen Einheit zurück. „[…] unser Wohlstand und unsere Sicherheit [sind] in hohem Maße vom Weltraum abhängig. Längst sind unsere zivilen und militärischen Satelliten eine Ressource, ohne die nichts mehr geht“, sagte die Bundesministerin laut dem Spiegel. „Wie immer, wenn eine Ressource lebenswichtig wird, wird ihre Sicherheit zum Thema.“

Die Bundeswehr verfüge über sechs eigene Satelliten im Orbit. Mit diesen wolle man den Weltraumschrott beobachten. Die Bundeswehr will künftig Kollisions- und Annäherungswarnungen herausgeben. Steuerbare Satelliten können den umherfliegenden Teilen ausweichen. Die dafür notwendigen Daten können vom deutschen Hochleistungsradar „Gestra“ geliefert werden.

Annäherungswarnungen dienen auch der Spionageabwehr. Darüber hinaus sollen die eigenen Kommunikationssysteme geschützt und im Ernstfall verteidigt werden. Man plane keine Bewaffnung von Satelliten, sondern setze auf „Aufklärung, Frühwarnung und Kommunikation“ mit wichtigen strategischen Partnern, wie den USA, Frankreich und Großbritannien.

Natürlich geht es auch um Kommunikation innerhalb der Bundeswehr. Mittels Satellitenkommunikation können Informationen in Echtzeit zwischen dem Heimat- und Einsatzland übermittelt werden. Die eigenen Satelliten sollen außerdem dazu beitragen, sich jederzeit ein Lagebild verschaffen zu können und die Daten-Abhängigkeit von den USA zu verringern.

ASOC-Abzeichen

Zur Eröffnung des „Air and Space Operation Centres“ (ASOC) in Uedem, die bereits im September 2020 erfolgte, drückte sich die Bundeswehr bezüglich ihrer Zielstellung konkreter aus. In der zugehörigen Pressemitteilung heißt es, dass Waffensysteme künftig verstärkt auf Satellitenkommunikation setzen werden und diese folglich stärker bewacht werden müssten. Man beobachte, dass andere Staaten bereits Aktivitäten, die derartige Systeme stören sollen. So habe zum Beispiel China schon einen Testabschuss eines Satelliten durchgeführt. Und auch Russland und Indien verfügen bereits über Waffen zur Zerstörung von Satelliten. Künftig wolle die Bundeswehr daran arbeiten, Angriffe zum Beispiel „durch den Einsatz von Lasern zum Blenden bzw. Zerstören von Optiken sowie gegen Solarpaneele, aber auch durch Anti-Satelliten-Raketen und im Orbit stationierte Satelliten“ zu verhindern.

Darüber hinaus beobachtet die Einheit den deutschen Luftraum und kann ggf. den Start der sogenannten Alarmrotten zur Gefahrenabwehr ausrufen, also das Starten zweier Eurofighter.


via: Bundesministerium der Verteidigung, Bundeswehr, Deutschlandfunk