11.10.2021 / 12:58 / Verfasst von MWe über  Capitol Momentum

Entlang der gesamten Wertschöpfungskette können derzeit mehr als 120 Unternehmen mehr oder weniger direkt der Raumfahrtbranche zugerechnet werden. Rechnet man zum Beispiel Zulieferbetriebe hinzu, steigt die Anzahl auf über 600. Bei dieser Vielfalt fällt es mitunter schwer, den Überblick zu behalten. Abhilfe soll nun die German NewSpace Ecosystem Map 2021 von Capitol Momentum schaffen. Dass dies ein durchaus schwieriges Vorhaben ist, zeigt sich an der Komplexität der Branche.

Upstream, Downstream, Bodeninfrastruktur

Grundsätzlich lässt sich die Raumfahrtindustrie in die beiden Sektoren Upstream und Downstream einteilen. Eine klare Trennung zum Bereich Bodeninfrastruktur ist nicht möglich. Doch was bedeuten Up- und Downstream? Grob gesagt lassen sich alle Aktivitäten und Infrastrukturen, die für den Transport in den Orbit und den dortigen Betrieb notwendig sind, dem Upstream zurechnen. Also zum Beispiel Trägersysteme, die auch als Raketen beziehungsweise Launcher bezeichnet werden. Aber auch die Produktion von Satelliten oder Raumfahrzeugen zählt dazu. Dem Sektor Downstream hingegen wird hingegen die kommerzielle Nutzung von Produkten und Dienstleistungen auf der Erde zugerechnet. Dies sind allen voran drei Bereiche, die man sich aufgrund ihrer gemeinsamen Endung auf -ion recht einfach merken kann: Kommunikation, Navigation und Observation. Mit letzterem ist die Erdbeobachtung gemeint, die zum Beispiel die Grundlage für Wetterberichte, Vegetationserfassung oder Waldbrandfrüherkennung bilden.

Übersicht als kostenloser Download

German NewSpace Ecosystem Map 2021,
© Capitol Momentum

Die German NewSpace Ecosystem Map 2021 stellt diese Zusammenhänge vereinfacht dar und soll regelmäßig aktualisiert werden. Dass dies notwendig ist, zeigt sich auch an geäußerter Kritik dieses Überblicks. Es stellt sich vor allem die Frage, wie “NewSpace” definiert werden kann und – in Folge dieser Definition – welche Unternehmen auf dieser Karte vertreten sind. Capitol Momentum verweist auf der eigenen Website darauf, welche Kriterien für die Einordnung als NewSpace-Unternehmen gelten. Dennoch bleibt die Festlegungen eine Frage, die sicher nicht so einfach beantwortet werden kann, bedenkt man Ausgründungen und Spinoffs etablierter Unternehmen. Doch die Diskussion darum ist ebenso wichtig wie die Frage, ob es überhaupt einen Wettstreit zwischen NewSpace und “Old Space” gibt oder sich nicht beide mehr oder weniger zwingend ergänzen.

Wer sich selbst ein Bild machen will, kann die aktuelle Ausgabe der German NewSpace Ecosystem Map 2021 auf der Website von Capitol Momentum kostenlos herunterladen.


via Capitol Momentum, DLR

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